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Test Remote-Control: Der Unterschied liegt in den Details
14.10.2009
Dirk Jarzyna/Werner Veith
Radmin ist sehr populär und zählt zu den schnellsten Vertretern seiner Gattung. Die getestete Version 3.2 realisiert über gute LAN-Verbindungen mehr als 100 Bildschirmaktualisierungen (Frames) pro Sekunde. Das Produkt umfasst die Radmin-Server-Software, die auf den zu steuernden Computern vorhanden sein muss, und Radmin-Viewer als Zugriffssoftware. Radmin-Server unterstützt Windows-2000, -XP, -2003, -Vista, und -2008. Dies funktioniert auch mit dem schnellen Benutzerwechsel für Windows-XP und -Vista. Der Radmin-Viewer arbeitet mit Windows-95, -98, -Me, -NT4, -2000, -XP, -2003, -Vista und -2008 zusammen.
Die Installation der beiden Komponenten über ein jeweils eigenständiges Setup-Programm erfolgt schnell und problemlos. Am Ende der Radmin-Server-Installation öffnet sich automatisch ein kleines Konfigurationsprogramm. Mit dessen Hilfe konfiguriert der Administrator den Startmodus (automatischer oder manueller Start), ein paar Optionen und Berechtigungen. Radmin nutzt entweder ein eigenes Sicherheitssystem, in dem der Administrator die Benutzer manuell hinzufügen muss, oder Windows-NT-Sicherheit.
Folgende Berechtigungen lassen sich pro Benutzer oder Gruppe zuweisen: Gesamtzugriff, Remote-Bildschirmansicht, Chat und Audio, Umleiten sowie weitere spezielle Berechtigungen. Zusätzliche Sicherheit bieten IP-Filter, die sich auf den zu steuernden Computern konfigurieren lassen. Diese Filter erlauben den Remote-Zugriff nur von Computern, die eine dem Filter bekannte IP-Adresse besitzen. Der Administrator kann zusätzlich unerwünschte Verbindungsarten und Funktionen wie Telnet, Herunterfahren oder Audio-Chat deaktivieren.
Radmin-Viewer hat eine angenehme Benutzungsoberfläche mit Menüleiste und großen Symbolen für die wichtigsten Funktionen. Um sich mit einem Remote-Computer zu verbinden, gibt der Benutzer lediglich die IP-Adresse oder den DNS-Namen des Computers ein. Noch schneller geht es, wenn er einen »Telefonbucheintrag« für den Computer erzeugt - für nachfolgende Verbindungen reicht dann ein Doppelklick auf das Computersymbol.
Für besonders häufig besuchte Remote-Computer bietet es sich an, Verknüpfungen auf dem Desktop zu erzeugen. In diesem Fall braucht der Benutzer den Radmin-Viewer für den Zugriff erst gar nicht zu starten. Solche Verknüpfungen sind allerdings pro Verbindungstyp separat zu erzeugen, das heißt eine Verknüpfung für den Zugriff im Vollsteuerungs-Modus, eine Verknüpfung für Text-Chat, etc. Hier sollte Famatech vielleicht nachbessern.
Reportcard
Radmin 3.2
Hersteller: Famatech
Charakteristik: Remote-Control-Software
Preis: ab 37 Euro (Einzellizenz)
Web: www.radmin.com
Plusminus:
+ Geschwindigkeit
+ Bedienungsfreundlichkeit
+ Preis
– Kaum Enterprise-Features
Die Fernsteuerung arbeitet mit einem 16-Bit-Farbformat im normalen Ansichtsmodus subjektiv sehr schnell. Das Farbformat lässt sich, beispielsweise wenn der Zugriff über extrem langsame Verbindungen erfolgt, auf bis zu einem Bit reduzieren. Die Übertragung der Bildschirminformationen erfolgt dann extrem schnell, allerdings naturgemäß ohne Farben.
Radmin unterstützt die üblichen Fernsteuerungsfunktionen, darunter den schnellen Wechsel zwischen Fenster- und Vollbildschirm-Modus, einen automatischen Maus-Bildlauf im Fenster, das Senden von Strg-Alt-Entf und anderer Tastenkombinationen sowie das Herunterfahren des Remote-Computers auf Knopfdruck. Dialoge zwischen dem Administrator und dem Benutzer des Remote-Computers sind via Text- und Voice-Chat möglich. Möchte der Admin nur kurz etwas mitteilen, kann er auch schnell eine Nachricht senden.
Für den Dateitransfer zeigt Radmin-Viewer ein in zwei Hälften unterteiltes Fenster an. Die eine Hälfte gibt die Laufwerks-/Dateistruktur des Remote-Rechners wieder, die andere die Struktur des lokalen Computers. Der Administrator überträgt Dateien oder ganze Ordner zwischen den beiden Computern einfach per Drag-and-Drop.
Im Test funktionierte Radmin 3.2 ohne Probleme. Schnell listete der Viewer auf Mausklick alle aktiven »Server« auf, die sich einfach auswählen und steuern ließen. Der Dateitransfer klappte reibungslos, ebenso der Remote-Reboot. Dienste und Programme ließen sich über die Fernsteuerung starten und stoppen. Andere Remote-Control-Programme offerieren dafür separate Schnittstellen, aber für gelegentliche Zugriffe dieser Art geht es auch ohne.
Radmin 3.2 hat immer noch Raum für Erweiterungen. Es fehlt beispielsweise eine Scriptsprache, mit der sich Routineaufgaben automatisieren lassen. Für einen wirklich standort- und geräteunabhängigen Remote-Zugriff wäre auch ein auf Web-Technik basierender Viewer keine schlechte Idee. Vieles davon hatte Network Computing bereits beim Test der Version 3.0 angemerkt. Aber es hat nicht viel getan. De Version 3.2 ist nun lediglich kompatibel mit neueren Windows-Versionen ist.
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